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Klärwerk

Glühlampe

Klärwerk
der Stadt
Neustadt i. H.

Kremper Weg 51
23730 Neustadt

1. Warum gibt es Klärwerke?

Eine Kläranlage dient der Volksgesundheit und Reinigung des Abwassers von unerwünschten Bestandteilen. Würde man das Abwasser ungereinigt in die Natur abgeben, hätte dies schwerwiegende Folgen: z.B.

  • Nährböden für Krankheitserreger
  • Grundwasserverunreinigung
  • Geruchsbelästigungen
  • Keine Nutzung von Gewässern zur Erholung oder Freizeit mehr möglich
  • Gewässerverschmutzungen (Fischsterben durch Sauerstoffmangel...)

Das Abwasser aus den Haushalten und dem Gewerbe wird über Kanalisationen zu der Kläranlage transportiert. Je nach Verwendungszweck des Wassers ist auch das Abwasser mit unterschiedlichen Verunreinigungen behaftet. Daher benötigt man verschiedene Reinigungsverfahren.

2. Welche Reinigungsverfahren gibt es?

Mechanische Reinigung:

Das Abwasser von Neustadt, Rettin, Pelzerhaken und Altenkrempe gelangt in diesem ersten Reinigungsschritt durch die Grob- und Feinrechen. Der durch die Rechen entfernte grobe Schmutz (Papier und Hygieneartikel) ist ein Schutz für nachfolgende Maschinen. Dabei wird leider immer wieder sichtbar, wieviel Abfall über die Kanalisation entsorgt wird. Gerade Nahrungsmittel, die über die Toilettenspülung entsorgt werden, füttern die in der Kanalisation lebenden Ratten.

Im anschließenden Sandfang wird dann die Fließgeschwindigkeit herabgesetzt, so dass sich schwere Stoffe wie Sand absetzen können (Sedimentation). Das Sandfanggut wird regelmäßig geräumt und zur Entsorgung abtransportiert.

Als nächstes gelangt das Abwasser in das Vorklärbecken, in dem die Fließgeschwindigkeit nochmals herabgesetzt wird. Dabei sinken die Fäkalien (Primärschlamm) auf den Beckenboden, leichtere Stoffe wie Fette schwimmen auf der Oberfläche. Beides wird durch eine fahrbare Räumerbrücke zusammengeschoben und gelangt in die Faultürme. Durch die mechanische Reinigung werden ein Drittel der Schmutzstoffe entfernt.


Biologische Reinigung:

Im Belebungsbecken werden die gewässerbelastenden Stoffe wie Kohlenstoff, Phosphor und Stickstoff durch Mikroorganismen (Bakterien) abgebaut. Sie werden im Wasser durch Flocken sichtbar, dem sog. Belebtschlamm, daher hat auch das Belebungsbecken seinen Namen. Da die meisten Bakterien für den Abbau der Stoffe Sauerstoff benötigen (Aerobier), wird Ihnen dieser durch Kreiseln, Bürsten und eine Druckbelüftung zugeführt.

Im Nachklärbecken werden dann die Belebtschlammflocken vom gereinigten Abwasser durch Sedimentation getrennt. Der Belebtschlamm wird in das Belebungsbecken zurückgepumpt. Das gereinigte Wasser gelangt jetzt in einen Kiesfilter, in dem die letzten Schwebstoffe herausgefiltert werden, bevor es in den Vorfluter ( Binnenwasser in Neustadt) eingeleitet wird. In dieser Phase sind 90-95% der Schmutzstoffe entfernt.

Der aus dem Vorklärbecken in den Faulturm gepumpte Belebtschlamm bleibt dort etwa 30 Tage bei 37 °C. In dem Faulprozess werden organische Bestandteile durch Mikroorganismen abgebaut, bei dem Biogas entsteht, der als Energiequelle für ein BHKW genutzt wird. Selbst 30% des Stromverbrauchs auf der Kläranlage wird so gedeckt. Die Abwärme (heißes Wasser) wird für die Faulturmbeheizung genutzt. Nach der Entwässerung hat der Schlamm eine Festigkeit wie Humuserde. Jetzt spricht man auch vom Klärschlamm, der entweder landwirtschaftlich oder thermisch entsorgt wird. Der Neustädter Klärschlamm geht zur Verbrennung nach Hamburg.
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